Grippe oder Erkältung? Was ist Unterschied?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Erkältung und der echten (Virus)-Grippe?

Die Nase läuft, der Kopf brummt, die Glieder schmerzen… Solche Symptome kennt einjeder während der Wintermonate. Aber steckt nun eine echte Grippe, sog. Influenza, oder eine harmlose Erkältung dahinter?

Grippe-Symptome

Die Grippe ist eine hochansteckende, schwere Infektion. Sie tritt urplötzlich auf und ist fast immer mit hohem Fieber (bis 41°C) verbunden. Diese beiden Kriterien sind die Hauptunterscheidungsmerkmale zwischen der Grippe und dem harmlosen grippalen Infekt. Daneben findet sich eine ausgeprägte Abgeschlagenheit und ein trockener Husten. Auch Lichtscheu, Geräuschempfindlichkeit und Augenschmerzen können vorkommen. Ein Schnupfen ist in der Regel nicht dabei, tritt aber beim grippalen Infekt fast immer mit auf. Auch nur leicht erhöhte Temperatur (bis max 38,5°C) spricht gegen die Influenza und für eine banale Erkältung.
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Die Erkrankungsdauer beträgt je nach Virustyp und Abwehrlage des Patienten zwischen 7 und 14 Tagen. In der Regel kommt es zu einem kompletten Ausheilen der Erkrankung. Oft leiden die Patienten aber noch Wochen an einem quälenden Reizhusten und allgemeiner Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit. Komplikationen kommen insbesondere bei Patienten mit chronischen Vorerkrankungen (Atemwege, Herz, Nieren, Diabetes) vor und können einen fatalen Verlauf, sogar mit Todesfolge nehmen.

Diagnose

Die Diagnose Influenza wird in der Regel klinisch gestellt. Blutuntersuchungen und der direkte Virusnachweis aus der Nasenschleimhaut würden zu lange dauern, da im Falle der echten Grippe der Behandlungsbeginn unverzüglich beginnen muss (s.u.). In unklaren Fällen kann daher ein Influenza-Schnelltest zur Diagnose führen. Hierbei werden Virus-Antigene aus dem Nasen-/Rachensekret (Abstrich) nachgewiesen. Das Ergebnis liegt innerhalb von 15 Minuten vor. Leider liefert die Untersuchung in bis zu 35% fehlerhafte Ergebnisse, weshalb die klinische Symptomatik bei der Diagnosestellung wegweisend ist.

Behandlung

Die Influenza gehört in ärztliche Behandlung. Insbesondere Patienten mit chronischen Grunderkrankungen (s.o.) sollten behandelt werden. Grippe-Medikamente (sog. Neuraminidase-Hemmer) müssen jedoch möglichst rasch nach Erkrankungsbeginn angewendet werden, bereits 48 Stunden später ist der Einsatz nutzlos. Sie verkürzen die Krankheitsdauer und reduzieren die Symptome sowie das Risiko an einer Sekundär-Infektion durch Bakterien zu erkranken.

Ansonsten werden die Begleitsymptome behandelt. Da Fieber den Kampf gegen die Viren unterstützt sollten Fiebersenker (Paracetamol, ASS und Ibuprofen) nur bei hohem Fieber über 39°C zum Einsatz kommen. Sekundärinfektionen durch Bakterien werden mit Antibiotika behandelt. Die Influenza-Erkrankung ist kräftezehrend, daher schlafen Sie ohnehin viel und sollten das auch tun. Daneben ist es wichtig viel zu trinken.

Grippeerkrankte sind gesundheitlich stark angeschlagen und darüber hinaus auch stark gefährdet, da das geschwächte Immunsystem anfällig ist für lebensgefährliche bakterielle Superinfektionen wie die Lungenentzündung. Sie sind daher nicht arbeits- oder schulfähig. Da die Erkrankung hochansteckend ist sollten die Erkrankten auch aus diesem Grunde zu Hause bleiben.

Impfung gegen Grippe

Der wirksamste Schutz gegen eine Erkrankung ist die Grippe-Schutzimpfung. Da sich die Influenza-Viren von Jahr zu Jahr stark verändern muss vor jeder Wintersaison neu geimpft werden. Die Stiko (ständige Impfkommission) rät, dass sich Patienten impfen lassen, die
– älter als 60 Jahre sind
– an chronischen Erkrankungen leiden (Diabetes, Erkrankungen der Atemwege und des Herzens, Nierenerkrankungen)
– immungeschwächt sind
– Schwangere
– Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können
– beruflich besonders exponiert sind (medizinisches Personal, Kindergärtner/innen, Busfahrer…).

Daneben steht die Impfung allen Menschen offen, die einen Schutz wünschen. Schwere Erkrankungsverläufe sind auch bei Säuglingen und Kleinkindern (Pseudokrupp, bakterielle Sekundärinfektionen wie Lungen- und Mittelohrentzündung) bekannt. Da sich das Influenza-Virus schnell in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Krippen/Kitas ausbreiten kann die Impfung auch gesunden Kindern empfohlen werden.
Seit 2012 gibt es auch die Möglichkeit Kinder ab 2 Jahren gegen die Grippe auch ohne Spritze zu impfen – der Impfstoff kann als Nasenspray verabreicht werden.

Nach zwei Wochen besteht der Schutz weitgehend. Kinder, die noch nie gegen Grippe geimpft wurden, bedürfen nach vier Wochen eine Auffrischung, wenn sie mit dem Nasenspray-Impfstoff behandelt wurden. Der ideale Zeitpunkt für die Impfung ist im Oktober/November.

Wie kann ich sonst noch vorbeugen?

Ansonsten gilt das Gleiche was auch bei der Verhinderung von grippalen Infekten beachtet werden sollte. Hier habe ich meine persönlichen Tipps gegen Erkältung zusammengefasst.

Bericht über aktuelle Erkrankungsfälle in Bayern (Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI).